Ratgeber

Patientenverfügung

Die Willensäußerung in der  Patientenverfügung muss schriftlich festgehalten werden. Sie ist sinnvoll, wenn man beispielsweise nach einem Unfall oder altersbedingt so krank ist, dass man nur noch künstlich am Leben erhalten werden kann. Hier kann die Patientenverfügung hilfreich sein. In dieser wird festgesetzt, ob man z.B. künstlich ernährt werden möchte und ab wann man keine medizinische Hilfe mehr wünscht.Wenn keine Patientenverfügung vorliegt, müssen die Angehörigen oder Betreuer für Sie entscheiden, was aber eine starke emotionale Belastung ist, wenn man nicht sicher ist, ob dies die Person für sich so gewünscht hat. Eine Patientenverfügung muss auf jeden Fall mit Datum und  Unterschrift versehen sein, und kann formlos verfasst werden. Notariell Beglaubigt werden muss diese nicht. Die Verfügung sollten Sie regelmäßig neu unterschrieben und datiert an einem Ort aufbewahren den mindestens eine ihnen Vertraute Person kennt.

Weitere Informationen zu diesem Thema enthält die folgende Broschüre des Bundesministeriums für Justiz:

Patientenverfügung (Bundesministerium der Justiz)

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Bestattungspflichtige Personen:
(1) Für die Bestattung haben zu sorgen:

1. der Ehegatte
2. die volljährigen Kinder (bei minderjährigen der gesetzliche Vetreter)
3. die Eltern
4. die volljährigen Geschwister
5. die volljährigen Enkelkinder
6. die Großeltern

Für Angehörige die nicht zu den o.g. zählen besteht keine gesetzliche Bestattungspflicht!

(2) Eine Verpflichtung, für die Bestattung zu sorgen, besteht nur, wenn die in der Reihenfolge früher genannten Angehörigen nicht vorhanden oder aus wichtigem Grund gehindert sind, für die Bestattung zu sorgen.
(3) Wenn die Angehörigen oder Dritte nicht oder nicht rechtzeitig für die Bestattung sorgen, ist das Ordnungsamt dazu verpflichtet.

Weitere Informationen finden Sie im Link des
Bestattungsgesetztes Hessen unter § 13 

Hessisches Bestattungsgesetz

Bestattungsgesetz Hessen:
Im Bestattungsgesetz Hessen sind alle Regelungen in Bezug auf die Bestattung und deren Einzelheiten geregelt.
Jedes Bundesland regelt die Bestattungsabläufen nach deren Vorgaben. Es ist weiter zu beachten, dass jede einzelne Gemeinde eigene Bestattungsordnung aufstellen und erlassen können. Aus diesem Vorgehen ergeben Sie örtliche Unterschiede im Zusammenhang mit dem Bestattungsabläufen.
Die jeweiligen Verordnungen/Vorgaben sind auf der Homepage der jeweiligen Gemeinden einzusehen.
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Mietrecht:
War die Verstorbene Person alleinstehend und alleiniger Mieter seiner Wohnung, stellt sich die Frage, ob Sie die Wohnung kündigen oder übernehmen wollen. Falls Sie Erbe sind, haben Sie innerhalb eines Monats nach Kenntnis des Todesfalls ein Sonderkündigungsrecht.
Die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten bleibt davon jedoch unberührt.
Wenn Sie selber auch in der Wohnung leben, können Sie in den Mietvertrag auf sich umschreiben lassen. Machen Sie als Erbe von dem Sonderkündigungsrecht keinen Gebrauch, läuft der Vertrag normal mit Ihnen als Mieter weiter. Denken Sie bei der Kündigung einer Wohnung auch an die Abmeldung von Strom und Wasser, etc.

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Sonderurlaub im Trauerfall:
Sonderurlaub bezeichnet hierbei die Befreiung von der Arbeitspflicht mit Entgeltfortzahlungen. Die Dauer des Sonderurlaubs hängt von vielen Faktoren ab. So spielen Verwandtschaftsgrade, Länge der Betriebszugehörigkeit und Kulanz des Arbeitgebers oftmals die größte Rolle. Im Gesetz wird darauf hingewiesen, dass die Abwesenheit bei Sonderurlaub nicht zu lange andauern sollte. Dennoch gibt es im BGB §616 keine klare Angabe, wie viele Tage dem Arbeitnehmer bei einem Todesfall zustehen.
BGB §616 Vorübergehende Verhinderung
„Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. (…)“
Wie viele Tage Sonderurlaub erhalte ich?
Der Anspruch auf Sonderurlaub wird häufig im Tarifvertrag festgelegt. Dennoch bezieht sich dieser in vielen Fällen nur auf den 1. Verwandtschaftsgrad, zu dem beispielsweise Großeltern (2. Verwandtschaftsgrad) nicht gehören. Die nachfolgende Tabelle dient der Orientierung. Die genauen Regelungen finden Sie in Ihrem Tarifvertrag.

Außerdem kann sich der Sonderurlaub nach der Zugehörigkeit im jeweiligen Betrieb richten und hängt letztendlich auch von der Kulanz des Arbeitgebers ab. Nachfolgend sind Richtwerte aufgelistet, die für die Dauer von Sonderurlaub allgemein gelten und nicht für den Einzelfall eines Todesfalls.

Wird der Sonderurlaub von meinen Urlaubstagen abgezogen?
Sonderurlaub ist nicht vergleichbar mit den gesetzlichen Urlaubstagen. Zwar muss ein Sonderurlaub wie gesetzlich geregelter Urlaub vom Arbeitgeber genehmigt werden, Sonderurlaub darf allerdings nicht von den gesetzlichen oder vertraglich festgesetzten Urlaubstagen abgezogen werden.

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Wie kondoliere ich richtig?

EINE ALLGEMEINGÜLTIGE ANTWORT GIBT ES NICHT.

Wenn Sie ein naher Freund oder Verwandter des Verstorbenen waren, werden Sie den Angehörigen einen persönlichen Besuch abstatten wollen und Hilfe anbieten; waren Sie ein Arbeitskollege und kennen den Hinterbliebenen nicht, beschränken Sie sich vielleicht auf den Besuch der Beerdigung. Ihre Reaktion hängt von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen, zu den Hinterbliebenen und nicht zuletzt auch von Ihrer Persönlichkeit ab.

Der Tod eines bekannten oder geliebten Menschen ist eine Extremsituation, die Sie vor ungewöhnliche Fragen stellt. Sie sind gezwungen, auf für Sie vollkommen ungewohnte Art mit anderen Trauernden / Hinterbliebenen zu kommunizieren. Wie begrüßt man jemanden, der gerade einen geliebten Menschen verloren hat? Welche Formulierung eignet sich, um den eigenen Schmerz auszudrücken? Sollten Sie laut sprechen oder lachen? Verbindliche Antworten darauf kann es nicht geben, allerdings gibt es einige Regeln, die Ihnen helfen können:

  • vermeiden Sie Floskeln. Belasten Sie die Hinterbliebenen nicht mit leeren Worthülsen wie z. B. „das wird schon wieder“. Wenn Ihnen gar nichts passendes einfällt, dann schweigen Sie besser. Ein Blick, ein Händedruck oder eine Umarmung sagen oft schon genug
  • wenn Sie einen Kondolenzbrief schreiben, verwenden Sie schlichtes weißes Papier und einen schlichten Umschlag. Schreiben Sie von Hand
  • Verfassen Sie Ihren Kondolenzbrief direkt nachdem Sie vom Todesfall erfahren haben
  • gehen Sie ganz individuell auf den Trauerfall ein
  • Überlegen Sie was und wie Sie etwas sagen möchten und berücksichtigen dabei die besondere Lage der Hinterblieben
  • Versuchen Sie nicht, das Ereignis zu relativieren, sondern helfen Sie in der Trauer durch Ihren persönlichen Zuspruch
  • Sprechen Sie private und persönlichen Ereignisse  nicht an, die nicht auch im Zusammenhang mit der/dem Verstorbenen stehen
  • Geben Sie Ihre Beileidsbekundung möglichst persönlich ab, insbesondere wenn es sich um nahe Verwandte oder Bekannte handelt

Trauergottesdienst / Beisetzung

RESPEKT UND MITGEFÜHL

Sollten Sie die Möglichkeit haben, erscheinen Sie zur Beisetzung. Es gibt keine bessere Möglichkeit sein Mitgefühl auszudrücken und dem Verstorbenen Respekt zu zollen.

  • Schaffen Sie sich ein Zeitpolster und versuchen Sie, etwas früher da zu sein, vielleicht 10 bis 15 Minuten. Sie sollten nicht zu spät kommen.
  • Machen Sie frühzeitig das Handy aus bzw. stellen es stumm!
  • Während des Trauergottesdienstes, dem Weg zum Grab und der Beerdigung selbst sollten Sie schweigen – zum Austausch mit den anderen Trauergästen ist im Anschluss genug Zeit.
  • Tragen Sie dunkle Kleidung, im Idealfall einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte. Kopfbedeckungen sind für Männer tabu, Frauen können einen dezenten Hut tragen. Kinder brauchen nicht in schwarz gekleidet sein, aber auch hier sind gedeckte Farben wünschenswert.
  • Seien Sie sich darüber bewusst, dass die Beisetzung der letzte gemeinsame Moment der Hinterbliebenen mit dem Verstorbenen ist, die Verletzlichkeit und der Schmerz sind jetzt besonders groß. Üben Sie sich deshalb in Zurückhaltung und sehen Sie von Beileidsbekundungen, tröstenden Worten oder Umarmungen ab.
  • Zum evtl. im Anschluss an die Beerdigung stattfindenden Trauerkaffee wird explizit eingeladen.  Ein solches Zusammensein soll den Übergang von der Trauer zur Normalität schaffen, vom Tod zum Leben. Hier haben Sie Gelegenheit, Ihre guten Erinnerungen an den Verstorbenen mit den anderen Gästen zu teilen, zu weinen und zu lachen.

(Bitte beachten Sie, dass Ihnen die vorstehenden Ausführungen lediglich einen ersten Überblick zum jeweiligen Thema bieten sollen und keine juristische Beratung ersetzen.)

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